27/12/2025 0 Kommentare
50 Jahre St. Lambertus
50 Jahre St. Lambertus
# Pfarrei Berichte

50 Jahre St. Lambertus
Am 31. August 2025 feierten wir den 50. Jahrestag der Altarweihe von St. Lambertus in einer feierlichen Festmesse, bei der auch der Kirchenchor von St. Marien und St. Lambertus mitwirkte. Die Predigt hielt Dompropst Tobias Przytarski. Hier ein Auszug:
Als ich 2001 mit meiner inzwischen verstorbenen Mutter und ihrem Hund Bruno ins Gemeindehaus von St. Lambertus einzog, wurde mir erzählt, dieses Gebäude mit der Kirche sei eigentlich ein Provisorium. Denn auf der Wiese sollte eine große Kirche errichtet werden, wenn die Wasserstadt fertiggestellt sei und sicher viele Katholiken dort wohnen würden. Und wie das mit Provisorien so ist, sie erweisen sich oft als haltbarer und dauerhafter als man gedacht hat. Und so können wir nun heute den 50. Jahrestag der Altarweihe in St. Lambertus feiern. Kardinal Bengsch war dafür am 31. August 1975 nach Hakenfelde gekommen. Zwei Tage zuvor hatten die Gemeindemitglieder nach einem Abschiedsgottesdienst in St. Elisabeth das Allerheiligste und die Osterkerze in feierlicher Prozession hierhergebracht. Seitdem werden hier Gottesdienste gefeiert. Ein paar Jahre durfte ich mich ja auch daran beteiligen.
Wenn wir hier das Jubiläum der Altarweihe feiern, dann denken wir an alle, die mit diesem Altar verbunden waren und sind, die Lebenden und die Verstorbenen. Die Priester, die hier gewirkt haben, die vielen Gemeindemitglieder, die sich eingesetzt haben. Viele erkenne ich hier mit Freude wieder, andere sind bereits verstorben. Unser Herr, der auf diesem Altar in Brot und Wein gegenwärtig wird, kennt sie alle.
In der Lesung aus dem Hebräerbrief haben wir gehört: „Ihr seid zum Berg Zion hinzugetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem. Zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind. Und zu Gott, dem Richter aller, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus.“ (Hebr 12, 22-24a).
Die hymnischen Worte der Lesung weiten unseren Blick von dem, was äußerlich wahrnehmbar ist, auf das Geheimnis, in das wir hier einbezogen werden. Der Hebräerbrief möchte zeigen, wie die Offenbarung Gottes im Alten Testament fortgeführt, erfüllt und überboten wird durch das Kommen Gottes in Jesus Christus.
Wenn ich mit Ihnen hier um den Altar versammelt bin, dann sehe ich sie zwar nicht, weiß aber im Glauben, dass „Tausende von Engeln“ mitfeiern und ebenso die Heiligen. Gott ist mir in Jesus auf eine Weise nahegekommen, dass die Erscheinung Gottes nicht mit Schrecken verbunden ist, sondern mit Liebe und Freude. Und dem Wissen, dass ich – nicht durch mein Verdienst, sondern durch Christus – selbst Anteil an der Heiligkeit Gottes haben darf.
Wir leben in einer Zeit der Umbrüche und Krisen, in der Welt, in unserer Gesellschaft, auch in der Kirche. So lange gilt, was die Worte des Hebräerbriefs mir zurufen: Solange wir uns um den Altar versammeln und das Geheimnis unserer Erlösung feiern, wo und wie auch immer, solange sind wir einbezogen in die Gegenwart Gottes. In die Gemeinschaft, die wir leben dürfen mit ihm und untereinander. Und so darf ich Ihnen hier in St. Lambertus zurufen, was der Hebräerbrief als Folgerung aus dieser Glaubensgewissheit zieht: „Darum wollen wir dankbar sein, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, und wollen Gott so dienen, wie es ihm gefällt.“ (Hebr 12, 28). Wenn Gott will, gern auch weiterhin hier in St. Lambertus! Amen.
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